“My Hope” von Leon Gurvitch: Eine Widmung

Hamburg-Mitte. Leon Gurvitch läutet am Donnerstag 12. Juni 2025 die Sommerpause des C. Bechstein Centrums Hamburg mit einem besonderen Konzert ein. Lesen Sie hier alles über “My Hope”.

Leon Gurvitch spielt am Klavier von C. Bechstein
©2025 Johanna von Karajan

Der Juni ist endlich in Hamburg angekommen: Sommer, Sonne, Sonnenschein ohne Ausnahme mit den entsprechenden Temperaturen. Während der Großteil der Stadt vermutlich kühle Getränke an der Alster genießt schafft es ein Komponist und Pianist der ganz besonderen Art das C. Bechstein Centrum Hamburg in der Nähe des Chilehauses vollzubekommen. Ob schlussendlich der tief emotionale Titel “My Hope” dazu beigetragen hat, bleibt offen, doch eines ist klar: Leon Gurvitch wollte niemand hier verpassen. Entsprechend hat man bereits vor Einlass eine kilometerlange Schlange vorgefunden, die in freudiger Erwartung auf das gestrige Konzert gewesen ist.

Leon Gurvitch mit Leonardo Mastropietro
©2025 Johanna von Karajan

Nachdem Gurvitch von dem Leiter des Centrums, Leonardo Mastropietro anmoderiert wurde, wurde er mit großem Applaus Empfangen. Das Programm des Abends hat stark an sein großes Solo-Konzert “Bachomania” im April erinnert, über das hier bereits berichtet wurde: Der Start mit einem Stück “Silent Waves” aus seinem Album, welches man auch aus “Kintsugi” kennt hat einen wieder einmal ins Theater Lübeck versetzt und den fantastischen Tanz des Kieler Balletts vor dem inneren Auge sehen lassen. Den Artikel dazu gibt es hier. Aus Kintsgi wurde außerdem der weibliche Tanz “Melody from Childhood”

Die Verbindung zu “Bachomania” ist aber nicht von Ungefähr gekommen: Gurvitch hat dieses Mal zwar nicht das berühmte Zitat über Bach, Gott und die Komponisten wiedergegeben, jedoch hat er erzählt, dass Johann S. Bach den Musikern Hoffnung gäbe und alle Menschen Hoffnung bräuchten. Diese Hoffnung gäbe die Musik. So hat er den Spagat von “Bachomania” mit “My Hope” (Engl.: Meine Hoffnung) hergestellt. Dementsprechend sind auch “Siziliana” – eine Reise nach Italien mit Bach und Vivaldi, “B A C H”, “Cello Suite” (eine Improvisation am Klavier von Leon Gurvitch) gefolgt, aber auch zwei der “Vier Jahreszeiten” by Leon Gurvitch – Frühling und Sommer, passend zum Monat Juni – sowie “Ich bin ein Gast auf Erden” gefolgt.

Ein überwältigtes Publikum hat bereits vor Ende eine Standing Ovation gegeben.
Ein überwältigtes Publikum hat bereits vor Ende eine Standing Ovation gegeben. ©2025 Johanna von Karajan

Leon Gurvitch gibt seit Jahren ein- bis zweimal im Jahr Konzerte im C. Bechstein Centrum Hamburg. Bereits vor der Pause hatte er eine Hitze in den Konzertsaal auf der oberen Etage gebracht, die ganz eindeutig nichts mit dem herrlichen Hamburger Sommerwetter zu tun gehabt hat. “My Hope” ist unter die Haut gegangen mit der dynamischen und breiten Palette an musikalischen Stilen, die er makellos in seinen Stücken harmonisiert, aber auch weil der Kerngedanke, unter dem dieses Konzert gestanden hat einen jeden und eine jede berührt. Der Komponist macht sich Gedanken, was zurzeit auf der Welt passiert: Religiös und ethnisch motivierte Kriege und Konflikte – “In der Musik ist es keine Frage: Woher kommst du? Menschen harmonieren, durch Talent und Fleiß gemeinsam unabhängig von ihrer Herkunft.”, er hat von seiner eigenen Erfahrung mit Kollegen aus Russland und der Ukraine gesprochen.
Mit “My Hope” möchte Gurvitch den Musikern aber auch allen anderen Menschen Hoffnung geben. Es ist sein Aufruf zu Frieden gewesen. Da ist es kein Wunder, dass Gurvitch tiefgehender als bei “Bachomania” auf die Herkunft seiner Stücke eingegangen ist, ob es nun eine Komposition während der Pandemie (wie bei “Silent Waves”) gewesen ist, ein Stück für seinen Onkel (“Postscriptum”) oder eine sehr kurzfristige Komposition für “Kintsugi”. Zu Recht wurde gesagt, dass er die “breiteste Palette an Emotionen mitbringt”. Diese haben alle gespürt und gesehen: Er spielt mit geschlossenen Augen sowie vollstem Körpereinsatz. Gurvitch hat eine magische Verbindung zu seinem Handwerk der Musik und seinem Werkzeug, dem Klavier wie es sich für einen Virtuosen gehört. Am Ende überraschte er noch u.a. mit einem “Argentinischen Tango”.

Gurvitch beim Meet & Greet und der Autogrammstunde
©2025 Johanna von Karajan

Nach ca. zwei Stunden inklusive einer Pause mit kühlen Erfrischungsgetränken hat der Star des Abends sich noch für ein Meet & Greet sowie einer Autogrammstunde, die persönlicher nicht hätte sein können, zur Verfügung gestellt. Kaum jemand wollte das C. Bechstein Centrum Hamburg ohne eine eigene Kopie verlassen. Teilweise wurde die CD mit den unverkennbaren Stücken des Virtuosen auch als Geschenk für Angehörige gekauft. So wurde genau auf den Punkt gezeigt, was selbstverständlich ist: Die Musik von Leon Gurvitch ist eine wunderbare Geschenkidee! Wer sich diesen kleinen Schatz nicht entgehen lassen möchte, kann ihn auch hier bestellen. Ferner stehen bereits zwei weitere Termine fest: Wer Gurvitch live erleben möchte und diese Magie am Piano, die sich über die größten Konzertsäle verbreitet, spüren möchte kann sich Tickets sichern für:

  • 05. September 2025, 19h: Leon Gurvitch “Waves” – Piano unplugged – Tickets gibt es hier
  • 19. Juli 2025: Charity Event im Landhaus Scherrer

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