Interview Mit Liz Malraux: “Ich Setze Weiterhin Auf Grün!”

Hallo meine liebste Leserschaft,

anlässlich Ihrer Online-Modenschau traf ich die Hamburger Promi-Designerin Liz Malraux zum Interview, den aktuellen gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich COVID-19 entsprechend mit Maske und Abstand. Im Exklusivinterview* stellt die gebürtige Polin dieses neue Konzept der Online-Modenschau vor, spricht über ihre Gefühle des situationsbedingten Wandels und bezieht selbst Stellung zum weltenweiten Ausnahmezustand.

*Exklusivinterview von Johanna Karajan/Fall4Me. Alle Rechte zu Text und Bild vorbehalten. Jegliche Verwendung nur unter Erlaubnis mit Verweis!

Interview Fall4Me und Liz Malraux.

Fall4Me: Liebe Liz, zum Einstieg gleich die Frage, die uns alle bewegt: warum gab es dieses Jahr keine Herbst/Winter 20/21 Modenschau?
Liz Malraux: Ich habe eine Modenschau für den Herbst/Winter 2020/21 gemacht, aber dieses Mal ohne Publikum. Da es zu unsicher war, inwieweit sich die Pandemie ausbreitet und ob ich Publikum einladen darf, ob es zehn, 35 oder 70 Personen sein werden. Und wenn ich jetzt wie immer das Atlantik Hotel mitsamt der ganzen Ballsäle gebucht hätte, wäre ich im vollen Risiko gewesen, weil ich die Kosten gehabt hätte und angenommen ich hätte nur 25 Damen einladen dürfen – die ganze Crew alleine besteht schon aus 25 Leuten und deswegen habe ich mich entschieden eine digitale Modenschau zu machen. Eine Modenschau, die in meiner Reithalle stattgefunden hat, in Polen, wo auch das Atelier ist, in ganz kleiner Besetzung mit zwei Models. Wir haben in der Reithalle einen Background aufgebraut, einen Laufsteg und haben eine ganz tolle Modenschau gemacht. Dafür, dass Corona da war, bin ich ganz stolz, dass ich aus den wenigen Mitteln, die mir zur Verfügung standen, das heißt die ganzen Stoffe sind nicht aus Italien gekommen, seit Februar(!), das Leder ist nicht gekommen, die Taschen sind nicht gekommen, … also ich musste immer aus dem, was da war, etwas zaubern; mit viel Kreativität. Ich denke, das ist mir gut gelungen. 

Stattdessen gab es also eine Online-Modenschau, aus deinem Laden am Neuen Wall in Hamburg mit den No-Age-Models und aus deinem Gestüt in Polen mit den Models Oumy Sakho-Wagner und Zoe Helali. Würdest du diesbezüglich deine Erfahrungen mit uns teilen? Wann und wie kamst du zu diesem Entschluss und hat deine Vorstellung der tatsächlichen Umsetzung entsprochen?
Also zum einen fand ich das sehr besonders, dass meine No-Age-Models [Fall4Me hat auch gemodelt./Anm. d. Redaktion] etwas vorgeführt haben, das war aus meinem Laden und unter Abstandhaltung und mit Masken und… wie sich das heutzutage gehört. Was ich ganz toll fand war, dass meine No-Age-Models alle unterschiedliche Outfits vorgeführt haben. Das ist eine große Werbung für mich, weil ich dadurch gezeigt habe, wie vielfältig mein Design ist; in Farben, in Größen, im Design und das fand ich sehr schön, auch mit den Masken immer passend – heutzutage gehören die Masken im Grunde als Accessoire dazu, sie ist einfach modisch und passend.
Zu der Modenschau: Anja [die Tochter der Designerin und Kamerafrau hinter den Kulissen] war einen Abend vorher mit Oumy und Zoe aus Berlin angekommen – mit dem Auto, weil es keinen Zug, kein Flugzeug und gar nichts gab. Wir mussten die Models wirklich hinfahren. Sie kamen abends in die Reithalle und ich war noch nicht ganz fertig und sie sagte: “Mama, das wird ganz schrecklich! Wir haben sowas noch nie gemacht.” und “Ich habe Angst!” und “Das wird nichts!” und “Oh mein Gott…”, sie war sehr erschrocken. Natürlich ist das nicht das Atlantik Hotel und auch nicht das Vier Jahreszeiten oder Le Méridien, wo wir das normalerweise gemacht haben, aber am nächsten Tag haben wir die Beleuchtung angemacht, alles gut ausgeleuchtet und die Seitenwände eingespannt. Dadurch war es ganz gleichmäßig vom Ablauf und von der Beleuchtung. Ich habe die Models laufen lassen und nach dem dritten Durchgang hat Anja ihre Kamera vorne stehen lassen, ist zu mir nach hinten gelaufen und sagte: “Mama, das ist eine fantastische Modenschau! Das mit deinen Perücken und das mit deiner Mode, das sieht ganz toll aus! Und auch der Laufsteg ist ganz toll.”, ich habe gedacht, wenn ich nur zwei Models habe – weil ich in Polen nur sieben Personen backstage haben dürfen: das schließt schon die Umziehdame ein, die Models, die Visagisten, Haarstylisten, Fotografen, Kameramann… also da ist man schon bei einer gewissen Anzahl, da durfte ich nur zwei Models haben – da hatte ich eine ganz tolle Idee, dass die Models Perücken bekommen und die Perücken habe ich angesprüht, farblich immer passend zu der Kollektion, das heißt, wenn die orange Kollektion vorgestellt worden ist, dann haben sie orange Perücken getragen oder lila Perücken oder gelbe – also in allen Farben und die haben wir dann immer gewechselt und wir haben die Durchgänge auch mit Masken vorgeführt – mit und ohne Masken. So hat man den Eindruck gehabt von der Modenschau, dass es fünf, sechs Models sind. Also man hat das nicht so gesehen, dass es wirklich nur zwei Models waren. Für mich war es eine tolle Modenschau! Warum? Wir hatten von 10-18 Uhr Zeit für die ganze Modenschau, was sonst in einer Stunde passieren muss. Falls ein Model nicht so vorgeführt hat, wie es sollte oder vergessen hat, beispielsweise das Tuch umzubinden, konnte ich sagen “okay, wir machen’s nochmal”. Bei einer Modenschau wie zuvor war das amtlich, also das was gelaufen ist, konnte man nicht mehr rückgängig machen. Hier hatten wir die Chance, das nochmal neu zu drehen und das war sehr schön. Es war keine Presse da, es war kein Publikum da, keine Interviews, zwischenzeitlich keine Fotos, ich hatte die absolute Zeit und Konzentration, die Modenschau im Fokus zu haben. Das war schon eine tolle Erfahrung! Es war für mich sehr erholsam, sehr schön, wir haben sogar nach 18 Uhr alle Pferde nochmal gesattelt und sind alle Reiten gegangen, obwohl Oumy eigentlich ein bisschen Angst hatte, aber es hat gut funktioniert und bis 21 Uhr bei fantastischem Sonnenuntergang sind wir geritten und es war ganz, ganz toll. Danach haben wir noch auf der Terrasse gesessen und hatten einen schönen Ausblick genossen. Das hätten wir bei einer normalen Modenschau nicht machen können. Da bin ich immer sehr angespannt und auch sehr müde, da wäre ich nie nochmal Reiten gewesen und hier ging das wirklich, weil so viele andere Aufgaben einfach weggefallen sind.
Die Kunden haben das verstanden, dass wir kein Publikum einladen konnten. Ich sage es mal so: Ich hätte Angst gehabt, dass sich doch manche anstecken. Und dann wär es publik geworden, dass sich bei einer Liz Malraux Modenschau drei Damen mit Corona angesteckt haben. Das hätte ein Negativimage gegeben. Hier war ich auf der ganz sicheren Seite und die Kunden haben die Möglichkeit, die Modenschau Zuhause anzuschauen, sie können sie auch  stoppen und nochmal wiederholen. Das hat auch viele Vorteile. Und sie können sie immer wieder anschauen ohne ein Risiko. Das war mir wichtig.

Apropos Masken als Accessoire: wenn du als prominente Couture-Designerin Masken passend zu deiner Mode entwirfst, ist das verständlich, aber meinst du, dass sich der Einzelhandel die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht auf Kosten der Verbraucher zunutze macht, um daran zu verdienen?
Am Anfang, als ich gesehen habe, dass irgendwelche Fleece-Masken, die eigentlich 50 Cent kosten sollten, für 35,- € verkauft wurden, da habe ich das schon gedacht. Mit meinen Masken verdiene ich gar keinen Cent, weil die Couture sind und da ist französischer Gummi, ganz weich eingearbeitet und die kann man tausend mal waschen [auf 30 Grad] und sie sehen immer wie neu aus und das ist ganz toll. Nein, ich hätte sie am liebsten nicht gemacht, erst recht nicht, um Geld damit zu verdienen. Wenn ich der Menschheit etwas gutes tue, damit alle gesund bleiben, dann ist es perfekt, aber nicht um Geld zu machen. Die ganze Handarbeit und auch das Design, das ich mache [in Damen- und Herrengrößen abgestimmt], ist gar nicht mit Geld zu bezahlen. Wir haben für jede Kollektion extra Masken mit Stickereien, mit Kristallen, mit Spitze. Sie sind schon wirklich etwas ganz besonderes.
Was die anderen betrifft, so bleibe ich bei dem nein. Ich glaube, jeder kämpft ums Überleben und jeder ist froh, wenn er alle glücklich machen kann und ich merke, dass ganz viele Kunden kommen und eine Maske suchen und da kann ich nicht sagen: “Nee, habe ich ich nicht.”, ich muss den Markt schon sättigen.

Als langjähriges Mitglied der Liz-Malraux-Großfamilie muss ich meine tiefe Traurigkeit und Leere im Herzen an dieser Stelle zum Ausdruck bringen, dass wir diesen Sommer nicht zusammengekommen sind. Wie ging es dir dabei?
Die Zeiten haben sich geändert und ich hätte vor einem Jahr niemals gedacht, dass ich eine Modenschau ohne Publikum machen würde. Aber ich glaube wir haben uns alle gewandelt und alle neu überlegt und wir haben das Übliche, wie wir uns sonst verhalten, geändert: wir geben uns keine Hand, wir küssen uns nicht, wir umarmen uns nicht und so gesehen war das für mich okay, dass wir kein Publikum hatten, obwohl ich mir dann eine Modenschau von 2014 angeguckt habe mit tausend Presse und Fotografen und Kunden und ich mich gefragt habe: “Mein Gott, ob das nochmal wiederkommt? Wird es nochmal eine Modenschau geben mit so viel Publikum, mit so vielen Menschen auf einmal…”, heutzutage, seit März, verhalten wir uns ganz anders und das ist ganz ungewohnt zu sehen, dass so viele Menschen so nah beieinander waren.

Und welches Feedback hast du für dieses neue Format der Online-Modenschau bekommen?
Ich denke, dass alle das als schade empfunden haben und schon gerne dabei gewesen wären. Im Grunde hätten alle sich gewünscht, dass die Pandemie gar nicht da wäre und dass wir die Zeit “zurückstellen” könnten und jemand sagen würde: “Da war nichts. Wir können alle so leben wie vorher.”, aber es ist nun mal anders. Ich habe vorab an meine Kunden ganz kleine Clips verschickt, also immer nur eine Kollektion, weil ich fand, dass wenn man die ganze Modenschau mit einer Stunde sieht, dann vergisst man was am Anfang war und so habe ich sie aufgeteilt in verschiedene kleine Clips und die habe ich verschickt. Die Kunden haben sich sehr gefreut, unter anderem haben sie gesagt: “Mensch, jeden zweiten Tag sowas tolles, eine Modenschau, immer etwas neues…!”, und als ich fast mit der Modenschau fertig war habe ich dann die DVD geschickt mit dem Katalog, damit man sich das Ganze nochmal anschauen kann. Das ist sehr gut angekommen, da haben alle gesagt, dass das eine tolle Marketing-Idee ist, das im Telefon zu haben, sich immer wieder anzuschauen, auch weiterzuleiten und jederzeit anzuschauen. Das war sehr interessant und auch neu, das haben wir sonst nicht gemacht.

Seit die Corona-Pandemie die Welt unter ihre Kontrolle genommen hat, spricht man vermehrt von der Digitalisierung als Format der Zukunft. Wie siehst du das ganze? Gibt es Grenzen der Digitalisierung?
Es hat sich in der ganzen Zeit meiner Karriere alles sehr verändert und sehr modernisiert und damals hätte ich mir nie denken können, wie weit die Digitalisierung voranschreitet. Aber ich denke, dass unsere Fantasie nicht ausreicht, um dieses Ende zu sehen. Ich denke, das alles sehr digital werden wird. Vielleicht werden wir ganz ohne Models mal Modenschauen machen. Vielleicht wird alles sehr automatisch laufen, vielleicht werden nur Schaufensterpuppen laufen, das weiß ich nicht. Es gibt keine Grenzen, kreativ zu sein… wir werden es sehen.

Deine letzte Modenschau, welche noch ihren gewohnten Ablauf genommen hat, hat zwei Wochen bevor Corona Hamburg erreicht hat, stattgefunden. Wie fühlt es sich an sprichwörtlich „mit einem blauen Auge davongekommen zu sein“?
Die Modenschau hatten wir am 14. Februar [2020]. Wenn das in die Corona-Zeit gekommen wäre, hätten wir auf jeden Fall die Hotelkosten, die Models,… alles an Kosten gehabt. Was ich schade(!) fand, war, dass ich eine mega tolle Kollektion gezeigt habe, die nicht auslegen konnte. Wir konnten sie nicht verkaufen, wir konnten sie nicht mal produzieren – ein Teil war produziert, aber dann einen Monat später war die Pandemie ausgebrochen und das Atelier war geschlossen, die Geschäfte waren geschlossen und meine ganzen Ideen waren verloren, sie sind einfach gar nicht umgesetzt worden oder nur das eine Stück, was man auf der Modenschau gesehen hat, aber das andere ging gar nicht in die Kollektion. Es hat uns schon finanziell etwas zugesetzt.

Interview Fall4Me und Liz Malraux.
Die Masken von Liz Malraux Couture gibt es bereits ab einem Preis vom 25€ zu erwerben. Ich persönlich habe noch nie eine so komfortable, gut sitzende und atmungsaktive Maske getragen, mit der ich problemlos Stunden verbringen könnte.

Durch die Lockdown-Maßnahmen seit März diesen Jahres musste die Wirtschaft einen harten Schlag einstecken. Trotz zahlreicher Hilfspakete mussten viele Geschäfte schließen und Menschen in Kurzarbeit gehen. Gerade im Einzelhandel merkt man Anspannung und Angst. Wie ist es dir und deinem Geschäft ergangen? Wie hat sich der Lockdown auf Liz Malraux Couture ausgewirkt?
Alle Geschäfte in Österreich wie in Deutschland waren geschlossen über die Zeit, aber die Kosten liefen in gleicher Höhe weiter: Mietkosten, Versicherungskosten, Personalkosten. Uns hat die Hilfe vom Staat nicht erreicht! Wir waren zum Beispiel zu wenig Angestellte für die Kurzarbeit, es war immer irgendetwas, weshalb wir keinen Zuschuss bekommen haben, das heißt, ich musste alleine mit der Situation klarkommen und fertigwerden. Eine ganz unsichere Art zu arbeiten, also wir haben ganz große Einbußen, die Reisen fehlen, die großen Feiern fehlen, auf denen man Kleidung braucht. Wenn man die ganze Zeit Zuhause bleibt, muss man keine ausgefallenen Kleidungsstücke haben, obwohl manche Kunden sagen: “Mensch, ich sammle das!”, “Es ist toll so eine Jacke zu besitzen.” oder “Ich möchte immer schick sein!” und das befürworte ich und ich freue mich darüber. Aber es fehlen mir Kunden, die auch Angst haben, ins Geschäft zu kommen, die Angst vor der Ansteckung haben und die dann Zuhause bleiben. Ich für meinen Teil, weil ich nicht weiß, was dieses Jahr passieren wird, was nächstes Jahr passieren wird, habe ich beschlossen, die Geschäfte zu schließen. Wir schließen die Filialen am Neuen Wall und Kitzbühl zum Jahresende. Bis zum Ende des nächsten Jahres bleibt noch die Filiale Alstertal-Einkaufszentrum und dann werden wir die Geschäfte nur Online machen und ich finde das ist wunderbar, weil die Kunden wissen, wie die Kollektion sitzt, welche Größe sie brauchen, sie kennen die Qualität und sie wissen was sie haben. Ich werde weiterhin wunderbare Modenschauen machen, vielleicht mit Publikum, wenn man darf und die Sicherheit hat. Vielleicht kann ich nächstes Jahr in der Reithalle Stühle mit 1,5 Metern Abstand platzieren und ein kleines Publikum einladen, dass sie schonmal live die Kollektion sehen und dabei sind. Mal sehen, wie es sich bis dahin entwickelt. Aber ich denke, dass der Online-Shop die Zukunft für mich ist. Wenn es sich anbietet, werde ich in Hamburg eine Suite mieten und ein kleines Event veranstalten und dann meine Kunden wieder treffen. 

Vor dem Hintergrund, dass es Länder gibt, in denen es keine strikten COVID-19 Beschränkungen gibt, was hältst du persönlich von den Maßnahmen wie Abstand, Beschränkung, Hygiene und Maskenpflicht?
Da ich mich und mit meinen Mitmenschen keinem Risiko aussetzen möchte, trage ich eine Maske hier und zwar den ganzen Tag, 10,5 Stunden, auch auf der Straße bin ich habe ich immer eine Maske dabei, die sind ja auch hübsch und ich habe mich daran gewöhnt, Hände waschen finde ich gut, Hygiene allgemein und Abstand ist auch gut. Ganz unter uns, wir haben es ein wenig übertrieben, ich erinnere mich noch an die Zeiten, in denen wir die Modenschau hatten: wenn die Models, Stylisten und Umziehdamen, also circa 25 Personen, da waren dann fing das erstmal mit Küsschen, Küsschen und Küsschen an und dann musste ich sagen: “Leute, wir küssen uns nicht, weil gleich eine Stunde vorbei ist und wir noch nichts gemacht haben, wir haben uns nur geküsst.”, also es war ein wenig übertrieben, das muss nicht sein, das muss man nicht haben und deswegen bin ich dafür, wenn es hilft, wenn es uns schützt, auf jeden Fall habe ich dann kein schlechtes Gewissen, dass ich jemanden anstecken könnte, ich sage mir, dass ich habe immer eine Maske gehabt habe, auf Abstand gewesen bin und dadurch habe ich kein schlechtes Gewissen und auch keine Angst, dass da etwas passieren könnte.

Für wie selbstverständlich hältst du die Maßnahmen wie insbesondere Hygiene bis sie durch Corona zur Agenda geworden sind?
Wir werden das jetzt auf jeden Fall bewusster machen als sonst. Die Zeit wird uns zeigen, wie sehr es uns schadet zu sehr auf die Hygiene zu achten, weil es auch Vor- und Nachteile hat. Eine Maske zu tragen hat ja auch Vor- und Nachteile. Also für mich selbst ist es schwerer zu atmen, groß Sport zu treiben, ich bin Reiterin und da muss auch sofort die Maske ab. Also ich könnte mit einer Maske nicht Sport treiben, aber im Geschäft bin ich dafür, dass wir sie tragen.

Hühnergrippe, Schweinegrippe, Vogelgrippe, EHEC, Ebola… du wirst dich wahrscheinlich an all diese Pandemien aus den letzten zwanzig Jahren erinnern. Wie kommt es, deiner Meinung nach, dass wir damals nicht so langwierige und gravierende Maßnahmen hatten und sie trotzdem alle überstanden haben und die Welt jetzt in Angst und Schrecken versetzt worden und gespaltener ist als je zuvor?
Die Macht der Medien – für mich ist das einfach Panikmache, weil ich glaube, wir sind schließlich alle erwachsen und diszipliniert genug, um Masken zu tragen, uns nicht die Hand zu geben und auf Abstand zu bleiben. Aber, dass man komplette die gesamten Nachrichten  jeden Tag mit Corona vollspickt, das macht Angst und das macht die Menschen krank. Ich glaube wir Menschen wissen das und deswegen müssen wir das nicht immer mitmachen, denn seit März wird das wirklich immerzu wiederholt. Das empfinde ich als Panikmache. Ich finde wir sollten eine Maske tragen, Abstand halten, … Es ist okay, wenn das so ist. Wunderbar. Aber nicht ständig, dass wir uns da so durch die Medien manipulieren lassen.

Leider mussten wir durch die Online-Modenschau auf eine Moderation verzichten. Würdest du uns daher ein etwas über deine neue Kollektion erzählen? Welche Themen gibt es, welche Geschichten erzählen sie und welche Runner-Up-Trends hast du dabei besonders im Fokus?
Wir hatten keine Moderation, das stimmt. Aber ich finde, die Mode und die Bilder sagen genug aus. Ich habe dadurch, dass wir bzw. ich mehr Zeit hatte, eine ganz moderne und neue Kollektion entworfen und ein Stück hergestellt, weil das Atelier nicht da ist oder nur ganz minimal da ist. Ich hatte aus den wenigen Materialien und Möglichkeiten, die ich hatte, neue Looks entworfen, neue Farben, ich war mutig – dass ich nicht nur mit schwarz gearbeitet habe – wir haben knallgrün mit Flamingos kombiniert und orange mit ganz fantastischen Kavalleriemotiven und gelb mit gestickten Taschen, das gab es noch nie! Ganz neue tolle Ideen. Die Bilder sprechen für sich und man kann sich das alles Online anschauen. Eine ganz, ganz tolle Kollektion mit schönen Farbzusammenstellungen, nicht ganz traurig, sondern eigentlich positiv, weil ich der Meinung bin, dass ich mit meiner Mode alle glücklich machen soll und positiv. Die Farben, Stoffe und die Verarbeitung machen gute Laune.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass du Anfang diesen Jahres alles auf grün gesetzt hattest und dementsprechend voller Hoffnung warst, dass 2020 ein gutes Jahr wird. Wie stehst du heute dazu? Was ist deine Vision für die Zukunft?
Ich setzte weiterhin auf grün, die Farbe der Hoffnung, dass es besser wird (lacht). Da bin ich immer noch dafür.
Zu meiner Vision, wenn ich Hellseherin wäre, wär das toll. Wenn jemand Corona wegzaubern könnte, würde ich demjenigen ein Denkmal am Neuen Wall hinstellen. Aber das wissen wir nicht. Lasst uns das abwarten, lasst uns das beste aus der Zeit machen, einfach positiv denken und versuchen so normal wir möglich zu leben.

Interview Fall4Me und Liz Malraux.
Für ihre No-Age-Models hat die Designerin das Cover jeder einzelnen CD auf ihr Model abgestimmt.

Herzlichen Dank an Liz Malraux für dieses wunderbare Interview! Folgt Liz Malraux Couture auf Facebook, Instagram sowie Vimeo, wo ihr auch die Modenschau ansehen könnt und besucht ihren Online-Shop hier.

Alles liebe, Johanna

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